E-Commerce und Integrationsproblematik: Warum Sie eine Integrationsplattform vielleicht brauchen

Olga Annenko integration platform, integration solutions 0 Comments

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Integrationsplattform-as-a-Service, oder iPaaS, ist mittlerweile zu einem der Trendbegriffe in der IT-Branche geworden. Heutzutage gibt es auf dem IT-Markt Dutzende, wenn nicht Hunderte Cloud-basierte Softwarelösungen.

Viele Unternehmen haben sich dieses breiten Angebots gerne bedient, mit dem Ziel, Geschäftsprozesse zu optimieren und das Unternehmen voranzubringen. Doch sie mussten ziemlich bald feststellen, dass die Nutzung der Cloud-Dienste an sich keine spürbaren Optimierungen bringt. Cloud-Anwendungen müssen auch irgendwie zusammen funktionieren..

Der Mehrwert einer Software ist fast gleich Null, wenn sie mit anderen Softwares nicht integriert werden kann

OK, das ist vielleicht übertrieben, aber die Realität sieht nicht wirklich anders aus. Der Grund dafür ist, dass es nicht genug ist, viele schöne und leistungsfähige Softwarelösungen zu haben, die Ihnen mit dem Customer-Management, Unternehmensressourcenplanung, Logistik oder Marketing helfen. Es muss auch ermöglicht werden, die Informationen zwischen diesen Lösungen auszutauschen, und zwar am besten automatisch. Ansonsten, wie würden Sie wissen, dass Sie z.B. ein Newsletter mit dem Spezialangebot für Nespresso-Kaffeekapseln an den Kunden X verschicken sollen, weil er vor einiger Zeit bei Ihnen eine Nespresso-Kaffeemaschine bestellt hat und würde deswegen Ihr Angebot höchstwahrscheinlich sehr gerne in Anspruch nehmen?

Leider gibt es wohl kaum eine Software, die von Anfang an über zahlreiche Schnittstellen zu anderen Softwares verfügt. Meistens sieht es eher so aus: lassen uns eine Software erstellen und wir werden diese mit anderen Anwendungen später schon irgendwie integrieren.

Eine Integrationsplattform bietet, metaphorisch gesagt, offene Türchen zu anderen Softwarelösungen und ermöglich damit eine leichte Anbindung an diese. Dies macht nicht nur die Optimierung der Geschäftsprozesse möglich, sondern ist, auf lange Sicht, wichtig, um das zunehmend steigende Angebot an verschiedenen Cloud-Lösungen unter Kontrolle zu bringen und eine einheitliche Verwaltung der Datenmigration, Datenbanken, der Überwachungs-Tools usw. zu gewährleisten.

Doch außerhalb der großen Markplätzen, die die Vorteile einer Integrationsplattform-as-a-Service bereits erkannt haben, bleiben das Wort iPaaS und das iPaaS-Konzept entweder völlig unbekannt oder werden mit Vorsicht, Misstrauen oder gar Ablehnung betrachtet. Das Letztere kommt meistens ins Spiel, wenn das Unternehmen die Inhouse-Integrationen betreiben. Und in der Tat, warum brauche ich eine Integrationsplattform, wenn ich eine Integration selbst erstellen kann? Dieser Einwand macht übrigens Sinn, auch wenn er nicht ganz vorausschauend ist. Ich erkläre später, warum.

Sie fragen sich also vielleicht, wofür sie eine Integrationsplattform brauchen könnten.

Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen eine erstklassige Lösung. Wie erfolgreich wird Ihr Geschäft sein?

Nun gut, stellen Sie sich das folgende Szenario vor: Sie betreiben eine digitale Agentur, die Online-Shops auf der Basis von z.B. Shopware erstellt. In anderen Worten sind Sie ein Shopware-Partner, der diese Lösung an die Unternehmen verkaufen, die einen Online-Shop für ihr Geschäft brauchen. Sie haben das Wissen, die Erfahrung und Sie sind von dem Produkt zutiefst überzeugt. Wie schwer kann es denn sein, Ihre Dienstleistungen zu verkaufen?

Na ja, es kann eigentlich ziemlich schwer sein. Es sei denn, dass Ihr Kunde ein Start-Up ist, wird es ganz gewiss bestehende Cloud- oder On-Premise Software geben. Wenn ein Unternehmen bestimmte ERP- und CRM-Systeme (lassen uns als Bespiel Sage und Salesforce nennen) bereits einsetzt, und Sie keine Anbindung Ihrer Lösung zu diesen Systemen bereitstellen können … tja, Sie können den Ausgang Ihres Verkaufsgesprächs ahnen. Und nein, es ist nicht so, dass das Unternehmen diese Systeme loswerden wird, sondern würden Sie dieses Projekt verlieren. Wie können Sie also sicherstellen, dass so etwas Ihnen nicht passiert?

Im Grunde genommen können Sie Ihren Kunden drei Optionen anbieten

Die erste Option ist ganz einfach: Sie sagen Ihren Kunden, dass Sie ihnen einen Online-Shop bereitstellen können und Sie kennen einige Agenturen, die die Anbindung zwischen dem Shop und den bestehenden Anwendungen für sie erstellen können. Weniger Arbeit für Sie, mehr Umwege für Ihre Kunden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass diese andere Agentur Ihren Kunden von Ihnen abwerben würde. Letzten Endes, bietet sie um einiges mehr als Sie. Nicht gut.

Zweite Option – was in Vegas passiert, bleibt in Vegas. Sie integrieren Ihren Online-Shop mit den bestehenden Anwendungen also selbst. Das ist eine gute Option, wenn Sie dafür genug Fachwissen, Zeit und Erfahrung haben. Sie können von einer Integrationsplattform trotzdem profitieren. Ich habe bereits erwähnt, dass die Entscheidung, sich nur auf eigene in-house Integrationen zu verlassen, nicht vorausschauend ist. Und ich erkläre jetzt, warum.

Wenn Sie Integrationslösungen für Ihre Kunden bereits erstellt haben, waren dies höchstwahrscheinlich Lösungen, die für einen anderen Kunden nicht wiederverwendet werden konnten. Eine Integrationsplattform ermöglicht es Ihnen, hingegen, solche Lösungen an die Use-Cases anderer Kunden ganz einfach anpassbar zu machen. Dazu kommt noch, dass das Monitoring und die Wartungsarbeiten viel leichter durchgeführt werden können, wenn alle Ihre Lösungen / Lösungskomponente auf einer Plattform aufbewahrt sind und Sie einen Überblick über alle Protokolle haben.

Zu guter Letzt gibt es eine dritte Option. Sie sind zur Partnerschaft mit einem Integrationsplattform-Anbieter über andere Projekte bereits gekommen, und Sie wissen, dass dieser über die Schnittstellen verfügt, die Sie für dieses bestimmte Projekt brauchen. Sie sagen Ihrem Kunden, dass Sie die Anbindung des Online-Shops an seine bestehenden Anwendungen bereitstellen können. Sie kontaktieren Ihren Partner, erklären ihm den Use-Case und lassen ihn die entsprechenden Anpassungen wie z.B. das Einfügen der bestimmten Zusatzfelder durchführen. Ihr Kunde ist glücklich, denn er bekommt einen Online-Shop, der im perfekten Einklang mit seinen Anwendungen funktioniert. Und Sie sind ebenfalls glücklich, weil Sie selbst wesentlich weniger Zeit und Kosten in die Integration investiert und dabei das Geschäft erfolgreich abgewickelt haben.

Und tatsächlich hat sich vor einiger Zeit einer unserer aktuellen Partner für die dritte Option entschieden. Nachdem ich die Idee hatte, diesen Blogartikel zu schreiben, beschloss ich mit Christoph Batik zu reden, dem Geschäftsführer von Keynet, unserem Partner und einer E-Commerce-Agentur, die eine Komplettlösung für Online-Shops auf der Basis von Shopware und Commercetools anbietet. Ich wollte herausfinden, was macht der Einsatz einer iPaaS für den Integrationsbedarf einer E-Commerce-Agentur wirklich aus.

Das Interview mit Herrn Batik folgt in dem nächsten Blogartikel am 11. Mai. Bis dahin können Sie mit uns Ihre Erfahrung gerne teilen – wie lösen Sie die Integrationsproblematik in Ihrem Unternehmen?


About the Author

Olga Annenko

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Olga Annenko is a tech enthusiast and marketing professional. She loves to write about data and application integration, API economy, cloud technology, and how all that can be combined to drive companies' digital transformation.


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